Kein neues Kohlekraftwerk in Berlin

Jürgen Quentin, Projektmanager Recht von der Deutsche Umwelthilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle Berlin, teilt am 13.03.2009 folgendes mit:

Sicherlich haben Sie schon mitbekommen, dass Vattenfall gestern verkündet hat auf den Neubau eines Kohlekraftwerks in Berlin zu verzichten. Dies ist ein Riesenerfolg der lokalen Antikohle-Akteure und zugleich ein positives Signal an alle anderen potenziellen Kohlekraftwerksstandorte!

Statt auf Kohle setzt der Energieriese Vattenfall in Berlin zukünftig auf Gas- und Biomassekraftwerke, die allesamt in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden sollen. Mit dieser Entscheidung liefert Energiekonzern den Beweis dafür, dass neue Gaskraftwerke und Kraftwerke auf Basis von erneuerbarer Energie - auch unter wirtschaftlichen Aspekten - eine Alternative zur Kohleverstromung sind! Argumente der Kohle-Befürworter, wie mangelnde Gaslieferverträge, unsichere Versorgungslage bei russischem Gas, hohe Gaspreise etc. werden durch das Beispiel in Berlin eindeutig widerlegt. Dabei darf man selbstverständlich die diametrale Energiepolitik, die Vattenfall derzeit in Hamburg-Moorburg zementiert, nicht aus den Augen verlieren.

Dennoch liefert die Entscheidung von Vattenfall in Berlin Munition für den Kampf gegen die zahlreichen weitern Kohlekraftwerksprojekte in Deutschland. RWE, E.On und Co. müssen sich nunmehr mit dem Vorwurf auseinandersetzen, warum sie weiterhin auf Steinzeit-Technologie und Klimakiller-Kraftwerke setzen, wenn der Mitbewerber (immerhin der drittgrößte deutsche Energieversorger) in Zukunft eine Millionenmetropole mit Strom und Wärme versorgen kann, ohne den Einsatz des Brennstoffs Kohle.

Interessant ist auch die entsprechende Pressemitteilung von Vattenfall.