Pressemitteilung

Sechstes Kohlekraftwerk in Deutschland verhindert

Pläne für Germersheim wurden gekippt

Berlin/Germersheim, 06.10.08. In den Auseinandersetzungen um die über 30 sich in Bau oder Planungbefindenden neuen Kohlekraftwerke in Deutschland können Kohlekraftwerksgegnereinen klaren Erfolg für den Klimaschutz verbuchen. Wie ein Sprecher desEnergiekonzerns EnBW bestätigte, wird das Unternehmen seine Pläne für ein neuesKohlekraftwerk in Germersheim am Rhein (Rheinland-Pfalz) aufgeben. Dem Aus fürdas geplante 900 MW Kohlekraftwerk von EnBW, welches das Klima mit über 4,6Mio. Tonnen zusätzlichen CO2 pro Jahr belastet hätte, warenstarke Proteste in den letzten Monaten vorausgegangen. Bereits im Juni hatteeine Umfrage ergeben, dass 80% der lokalen Bevölkerung das Kraftwerk aufgrundseiner Klimaschädlichkeit ablehnten. Der Stadtrat der Stadt Germersheimverabschiedete darauf hin eine Resolution gegen das geplante Kohlkraftwerk.


„Das Aus für das Kohlekraftwerk inGermersheim ist ein Symbol für die wachsende Ablehnung gegen neueKohlekraftwerke in Deutschland und eine Schelte für die großen Energiekonzerne,welche die Kohleverstromung ausbauen wollen. Während Vattenfall bei seinem Kraftwerkin Moorburg (Hamburg) das klare Nein der Bevölkerung und der Politik zumKohlekraftwerk noch einfach ignorieren konnte, musste EnBW in Germersheimschließlich aufgrund des Druckes der Bevölkerung seine Pläne zurück ziehen", soElias Perabo, Koordinator der bundesweiten Anti-Kohle-Kampagne derKlima-Allianz.

NachBielefeld, Bremen, Ensdorf, Quierscheid-Weiher und Kiel ist Germersheim bereitsdas sechste Kohlekraftwerk, das verhindert werden konnte. Die Klima-Allianz,ein bundesweites Bündnis von 100 Organisationen aus allen gesellschaftlichenBereichen, unterstützt und koordiniert dabei den bundesweiten Protest gegenneue Kohlekraftwerke.

„Die Klimaschutzziele der Bundesregierung könnennicht eingehalten werden, wenn in Deutschland weiter neue Kohlekraftwerkegebaut werden. Während Bürgerinnen bundesweit, wie zuletzt hier in Germersheim,sich gegen neue klimaschädliche Kohlekraftwerke einsetzen, muss nun endlichauch die Politik handeln", erklärt JürgenMaier, Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung sowie Mitglied desArbeitsausschusses der Klima-Allianz. „Esist ein nicht hinnehmbar, dass es in Deutschland in Zeiten des Klimawandelsimmer noch einen Rechtsanspruch auf den Bau von Kohlekraftwerken gibt. Solltedie Bundesregierung es mit ihren eigenen Klimaschutzzielen Ernst meinen, mussdieser Anspruch endlich gestrichen werden."

Auchandere geplante Kohlekraftwerke etwa in Mainz, Krefeld oder Lubmin stehen aufder Kippe. Am morgigen Dienstag startet vor dem Bundeskanzleramt zudem einebundesweite Protesttour von der Klima-Allianz und Campact zu zehn geplantenStandorten von Kohlekraftwerken.

Für Rückfragen zu Germersheim und denbundesweiten Anti-Kohle-Aktivitäten:

JürgenMaier, GeschäftsführerdesForums für Umwelt und Entwicklung, 0171-3836135, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Elias Perabo, die Klima-Allianz, 0176-81022048, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Die Klima-Allianzist ein rasch wachsendes Bündnis von knapp 100Organisationen, darunter:

  • Umweltorganisationen wie BUND, WWF,NABU, DNR, DUH, Grüne Liga
  • Entwicklungsorganisationen wieMisereor, Brot für die Welt, EED, Diakonie Katastrophenhilfe, Germanwatch,Oxfam, Kindernothilfe
  • Evangelische Landeskirchen, wieEvangelische Kirche von Westfalen, Kurhessen-Waldeck, Hessen und Nassau,Württemberg, Thüringen, Anhalt und Sachsen sowie die Vereinte EvangelischeMission
  • Jugendorganisationen wie KLJB,BUNDjugend, BDKJ und NAJU
  • Verbraucherschutz- und Tierschutzorganisationenwie der Bund der Energieverbraucher, der Bundesverband derVerbraucherinitiativen, die Verbraucherzentrale Bundesverband und der DeutscheTierschutzbund
  • weitere Vereinigungen wie UnternehmensGrün,Deutscher Alpenverein, Gesellschaft für bedrohte Völker und Attac