Warum ist Schwerin für das "Dong-Projekt"?
Eine mögliche Antwort schreibt W. Lobanowitsch aus Kröslin am 30.12.07 in einem Leserbrief an die OZ, der aber sicher nicht veröffentlicht wird, so wie wir die OZ kennen. Deshalb wird er hier veröffentlicht:
Es gibt nur einen einzigen Grund der maßlosen Unterstützung des Kohlekraftwerksbaus von DONG Energy durch die Landesregierung: das ist der s. g. Industriehafen in Lubmin. Die Errichtung hat mehr als 35 Mio.€ gekostet und wurde komplett aus “Födermitteln” bezahlt. D. h. gezahlt hat der Steuerzahler. Jede private Investition in dieser Höhe im Vergleich zu den mageren Einnahmen würde unverzüglich zum Bankrott des Investors führen. Nur der Staat auf Kosten seiner Bürger ist nie bankrott. Und das Kohlekraftwerk ist die einzige Bestätigung und Rechtfertigung der Weitsichtigkeit der Schweriner Minister, der Umschlag von Kohle und Abfällen soll ca. 5 Mio.t/a, betragen, das ist etwa die Menge des Umschlages im Seehafen Mukran und damit ist die Wirtschaftlichkeit des “Hafens” gegeben - auf Kosten der zerstörten Natur, der Lebensqualität von Tausenden Menschen und Verlust von Arbeitsplätzen in der Touristikbranche. Sonstige Phrasen über die Entwicklung der Region, die Synergieeffekte, den Urknall usw. sind lediglich Mogelpackungen. Wie kann man sonst erklären, dass die vernünftigen Vorschläge der Gemeinde Lubmin zu alternativen Varianten der Industrieansiedlung am Standort Lubmin mit wesentlich größerer Anzahl von Arbeitsplätzen im Vergleich zum SKW und einem wesentlich sanfteren Eingriff in die Natur einfach ignoriert und nicht beantwortet werden? Das einzige, was für die (un)Verantwortlichen bei der Genehmigung des Werkes zählt: die Einhaltung der Grenzwerte. Dazu kann man nur eins sagen: der Trabant ist ebenfalls in Deutschland zugelassen, das heißt jedoch nicht, dass er gut ist. Damit wünsche ich allen Bewohnern von M-V alles Gute im Jahr 2008, frische Luft und eine intakte Natur und auf keinen Fall ein Kohlekraftwerk!

W. Lobanowitsch