Kein Steinkohlekraft­werk in Lubmin

Gemeinsame Bürgerinitiativen gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin

 
 
 

Ostsee-Zeitung l Freitag, 06. Februar 2009 | Titelseite
Schweden fordert Prüfung der Gas-Pipeline

Rostock (dpa) Schwedens Europaministerin Cecilia Malmström hat die Investoren der umstrittenen Gas-Pipeline durch die südliche Ostsee zur strikteren Prüfung möglicher Umweltrisiken aufgefordert. Die bereits im Oktober 2008 eingereichten Unterlagen des Pipeline-Konsortiums Nord Stream müssten erneut überprüft werden. Die derzeitige Lage des maritimen Ökosystems in der Ostsee sei „sehr empfindlich“, sagte Malmström gestern am Rande einer internationalen Konferenz zur Zukunft des Ostseeraums in der Hansestadt Rostock. Schweden, das zu den Kritikern des Milliardenprojekts gehört, sehe dem Pipeline-Bau aber gelassen entgegen, betonte Malmström. „Wir sind weder dafür noch dagegen.“ 

Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 31. Januar 2009 | Mecklenburg-Vorpommern
Merkel sucht EU-Unterstützung für Ostseepipeline

Berlin (AP) Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt für eine geschlossene Haltung der EU zur bislang umstrittenen Ostseepipeline. Regierungssprecher Thomas Steg sagte gestern in Berlin, nach dem jüngsten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine strebe Merkel eine hohe Zahl von Lieferländern und Leitungen an. Ihr Ziel sei es, dass die Europäische Union geschlossen gegenüber den Gasproduzenten auftreten könne.

PRESSEMITTEILUNG

Bürger bewegen OPAL
Keine Erdgasverdichteranlage in Groß Köris und im Naturpark Dahme-Heideseen!
Groß Köris, 20.01.2009. Eine heute veröffentlichte Pressemitteilung des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung legt den Schluss nahe, dass es keine Erdgasverdichteranlage in Groß Köris und im Naturpark Dahme-Heideseen geben wird. Genau das ist die Forderung der Bürgerinitiative, die sich im September 2007 gegründet hat und seitdem vor den Umweltrisiken und Schäden des OPAL-Vorhabens warnt, sowie auf die zweifelhafte Verfahrensgangart der Vorhabensträgerin Wingas hinweist. Im Zuge des Brandenburger Raumordnungsverfahrens zur OPAL hatten sich auch mehrere Gemeinden und Naturschutzverbände gegen die Vorhabensplanung ausgesprochen sowie vier weitere Bürgerinitiativen in der Region gebildet und zusammengearbeitet.

Mit der Änderung des Standortes der Verdichteranlage wären auch die Pläne der Wingas vom Tisch, die Riesenpipeline durch das Ortsgebiet von Groß Köris zu ziehen. “Als wir anfingen, wurden wir als Träumer belächelt. Sich gegen die Pläne internationaler Konzerne wie Gazprom und BASF aufzulehnen, sei doch aussichtslos, hieß es", so Wolfgang Georgsdorf, Sprecher der Bürgerinitiative Keine Erdgasverdichteranlage in Groß Köris und im Naturpark Dahme-Heideseen. “Sollte es zu dem sich abzeichnenden Ergebnis kommen, wäre das auch ein Signal an die Bürger, dass sich mit Engagement und guten Argumenten in diesem Land Vieles bewegen lässt."

Die Bürgerinitiative sieht das OPAL-Verfahren weiterhin kritisch, auch wenn die Bedrohung für den Naturpark, für Groß Köris und für die umliegenden Gemeinden abgewendet sein sollte. Wolfgang Georgsdorf: “Wichtige Fragen bezüglich der geplanten Technologie, den Umweltauswirkungen, dem wirtschaftlichen Nutzen, bzw. dem Bedarf des Vorhabens überhaupt sind ungeklärt. Dies wird mittlerweile auch in den anderen betroffenen Bundesländern sehr kritisch gesehen".

Ostsee-Zeitung | Freitag, 23. Januar 2009 | Mecklenburg-Vorpommern

Keine Gas-, sondern Wasserrohre werden zurzeit nahe Wrangelsburg gelagert. Sie werden für den Bau von Kavernen benötigt.

Der Oldenburger Energiekonzern EWE ist in diesen Tagen dabei, für die geplante Ausspülung von unterirdischen Gasspeichern bei Wrangelsburg (OZ berichtete) erste Vorbereitungen zu treffen. Am Rande der Gemeinde wird zurzeit ein Rohrlagerplatz eingerichtet.

Wie EWE-Sprecher Dietmar Bücker dazu informierte, werden dort Stahlrohre von 18 Metern Länge und 50 Zentimeter Durchmesser gelagert. Der Lagerplatz befindet sich dicht an der vorgesehenen Arbeitstrasse für die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung, kurz OPAL. In dieser etwa 30 bis 50 Meter breiten Arbeitstrasse sollen auch die Rohre für zwei zu verlegende Wasserleitungen gebracht werden, mit deren Hilfe das in der Tiefe liegende Steinsalz zum einen aufgelöst und zum anderen an die Oberfläche gebracht wird.

Ostsee-Zeitung l Donnerstag, 22. Januar 2009 | Mecklenburg-Vorpommern l 386 Wörter
Gazprom plant zwei Mega-Erdgasspeicher

Im Nordosten könnten die beiden größten unterirdischen Erdgasspeicher in Deutschland entstehen. Das Fassungsvolumen würde etwa einem Zehntel des gesamten deutschen Erdgasverbrauchs entsprechen.

Lärz (ddp) Der russische Energiekonzern Gazprom will im Nordosten Deutschlands zwei riesige unterirdische Erdgasspeicher erschließen und darin bis zu 15 Milliarden Kubikmeter nordsibirisches Erdgas aus der geplanten Ostseepipeline Nord Stream deponieren. Das Fassungsvermögen würde etwa einem Zehntel des deutschen Jahresbedarfs entsprechen, sagte der zuständige Direktor von Gazprom Germania, Andreas Hickmann, gestern in Ichlim (Landkreis Müritz). Damit würden Gazprom und seine Partner künftig über die beiden größten deutschen Erdgasspeicher verfügen.

Nach der inzwischen weitgehend abgeschlossenen Erkundung der mecklenburgischen Sandsteinformation Hinrichshagen bei Waren soll ab Februar die Eignung eines weiteren Feldes bei Sewekow an der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg untersucht werden. Dazu sollen Probebohrungen in die 1250 Meter tief gelegenen Sandsteinblasen getrieben werden. Anschließend sind auf dem etwa 7 mal 35 Kilometer großen Erkundungsareal seismische Messungen vorgesehen. Bei entsprechender Eignung soll der mehrere Hundert Millionen Euro kostende Speicher bis zur vollständigen Inbetriebnahme der Ostseepipeline 2012 erschlossen und in Betrieb genommen werden. Eine Entscheidung über den Bau des rund 400 Millionen Euros kostenden Speichers Hinrichshagen soll noch in diesem Jahr fallen.

Die zwei Gasdepots werden über zusätzliche Trassen an die geplanten Festlandleitungen NEL (Nordeuropäische Leitung) und die OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) angeschlossen. Während Gazprom bei Hinrichshagen von einer geschätzten Speicherkapazität von bis zu fünf Milliarden Kubikmeter ausgeht, erwarten die Experten für Schweinrich ein Fassungsvolumen von bis zu zehn Milliarden Kubikmeter.