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OZ-Ausgabe  l   Donnerstag, 06. März 2008 | Anklam - Greifswald  i  257 Wörter
200 Firmen unterschreiben pro Kohlemeiler

Der Unternehmerverband mobilisiert seine Mitglieder. „Wir wollen zeigen, dass es in der Region nicht nur Kraftwerksgegner gibt“, sagt Präsident Gerold Jürgens.

Ostvorpommern Gerold Jürgens ist unzufrieden mit der veröffentlichten Meinung zum geplanten Bau eines Steinkohlekraftwerks bei Lubmin: „Die Gegner melden sich so laut zu wort, dass Außenstehende denken könnten, in unserer Region ist niemand für das Projekt. Das stimmt aber nicht“, sagt der Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern. Um das zu beweisen, hat er eine groß angelegte Unterschriftenaktion unter seinen Mitgliedern gestartet. Nach Jürgens’ Auskunft haben sich bis Mitte dieser Woche 200 Unternehmer mit ihren Unterschriften hinter die Pläne des dänischen Investors Dong Energy gestellt.
„Es sind namhafte Firmen wie Liebherr, MAB oder Mercedes dabei. Und die Unterstützungsfront ist sogar noch größer, aber einige haben nicht unterzeichnet, weil sie wegen ihrer Kunden neutral bleiben wollen“, weiß Gerold Jürgens. Die Unternehmer fordern von Dong beim Bau den Einsatz modernster Technologien und betonen die wirtschaftlichen Chancen, die ein solches Kraftwerk für die Region berge.

Unterstützung kommt nun auch vom Umweltausschuss des Kreistages Ostvorpommern. Dieser sprach sich in seiner Sitzung am Dienstag Abend klar für den Bau des Kohlemeilers aus. „Wir brauchen das Kraftwerk für eine Entwicklung des Industriestandortes Lubmin – damit die Menschen hier wieder Perspektiven und Chancen auf Arbeitsplätze haben“, sagt der Vorsitzende des Gremiums, Dieter Markhoff (CDU). Die Kraftwerksgegner sehen das Projekt hingegen als Vernichtungsmaschinerie von Jobs im Tourismus und Riesenumweltsünde. Bei einem großen Protest-Konzert heute um 19.30 Uhr im Greifswalder Dom mit über 200 Künstlern wollen sie sich weiter Gehör verschaffen.

ALEXANDER LOEW



 


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