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Ostsee-Zeitung l  Freitag, 24. Oktober 2008 | Hansestadt Greifswald

„Kunst gegen Kohle“ lautete das Motto einer Versteigerung im Dom.
Der Erlös soll den Gegnern des geplanten Steinkohlekraftwerks helfen.

Unter großer Resonanz veranstaltete die „Allianz gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin" am Mittwochabend ihre Versteigerung „Kunst gegen Kohle“. Trotz wenig bequemer Holzstühle und der unbeheizten Turmhalle des Doms ließen es sich die zahlreichen Besucher nicht nehmen, ihren Protest gegen das geplante Steinkohlekraftwerk mit dem Kauf von Malereien, Fotografien und Skulpturen kundzutun. Die daraus erzielten Erlöse sollen der Finanzierung des bevorstehenden Rechtsstreites zugute kommen. Vater der Veranstaltung war der Ehrenvorsitzende des Deutschen Gerichtsvollzieherbundes, Eduard Beischall. 34 Künstler, darunter beispielsweise Heinz Schumann, Ilona Rosenkranz oder Hanna Siebenborn, stellten insgesamt 140 Exponate zur Verfügung, die bereits seit dem 15. Oktober im Dom ausgestellt waren. Eine besondere Rolle spielte der Siebdruck „Speicher am Hafen (Greifswalder Hafen)“ von Karin Wurlitzer: „Durch die 30 Exemplare, die die Malerin uns im Sommer zur Verfügung gestellt hatte, entstand nämlich erst die Idee zu dieser Versteigerung“, erklärte Allianz-Mitglied Petra Lobanowitsch. Alle 30 Exemplare konnten am Mittwochabend erworben werden, wobei 29 davon außerhalb der Versteigerung zu einem Festpreis von 70 Euro angeboten wurden. Dennoch fand sich auch für das Versteigerungsobjekt ein Abnehmer, der bereit war, 100 Euro zu bezahlen. Das Höchstgebot des Abends übertraf hingegen die 300 Euro-Marke.

Urspünglich sollte die Versteigerung bereits im Sommer stattfinden, konnte jedoch in der Kürze der Zeit nicht realisiert werden. Dennoch sei das jetzige Datum keinesfalls zufällig gewählt worden, so Lobanowitsch, „da das Genehmigungsverfahren für das Kraftwerk nächste Woche in eine weitere Runde gehen wird“.

Mit deutlichen Worten brachte die Auktionsleiterin ihre Ablehnung gegenüber den Plänen zum Steinkohlekraftwerk zum Ausdruck. Petra Lobanowitsch verwies dabei auch auf die momentane weltwirtschaftliche Finanzkrise: „Eine Finanzkrise zerstört die Häuser Einzelner, eine Umweltkrise hingegen zerstört letztlich unser aller Haus.“

SEBASTIAN SCHULT


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