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PRESSEMITTEILUNG Schwerin, 26.05.2009 (30-09)

Mecklenburg-Vorpommern rechnet sich zum Klimaretter

BUND, WWF und Die Klima-Allianz entzaubern Energiekonzept der 
Landesregierung / Steinkohlekraftwerk erhöht mittelfristig die 
Strompreise und gefährdet die Klimaziele

Eine gemeinsame Studie von BUND, WWF und Die Klima-Allianz hat 
grundlegende Mängel an den energiepolitischen Leitlinien des 
Landeskonzeptes "Energieland 2020" festgestellt. Die heute in Schwerin 
vorgestellte Studie stellt fest, dass das Landeskonzept grundlegend an 
den Bedürfnissen einer modernen Klimapolitik vorbeigeht. Vor allem der 
Bau des Kohlekraftwerks Lubmin ist ökonomisch und ökologisch unsinnig. 
Verfasst wurde die Studie vom arrhenius Institut für Energie- und 
Klimapolitik mit Sitz in Hamburg. Das renommierte Institut ist als 
unabhängiger wissenschaftlicher Berater in Fragen der Klima- und 
Energiepolitik für die Bundesregierung, aber auch für Unternehmen der 
Energiewirtschaft tätig.

"Die Annahme, Mecklenburg-Vorpommern könne einen Beitrag zum Klimaschutz 
leisten und gleichzeitig eines der größten Steinkohlekraftwerke der 
Bundesrepublik betreiben ist nicht zu halten", so der Verfasser der 
Studie, Dr. Sven Bode bei der Vorstellung in Schwerin. "Insbesondere der 
Ansatz der Landesregierung, in ihrer Landesstrategie "Energieland 2020" 
für die Emissionsermittlung die sogenannte Verursacherbilanz zu 
verwenden, führt in die Irre", so Bode..Dieser Ansatz erlaube lediglich 
eine CO2-Senkung auf dem Papier. Faktisch steigen mit einem neuen 
Kohlekraftwerk in Lubmin die Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern massiv 
an. "Und auch ein Export von Strom und damit ein vermeintlicher Export 
von CO2-Emissionen entlaste die Klimabilanz Mecklenburg-Vorpommerns 
nicht. Der Standort Lubmin ist energiepolitisch und volkswirtschaftlich 
nicht sinnvoll", erläutert Bode weiter. "Der Bau eines Kohlekraftwerks 
in Lubmin wird nicht zum Sinken der Strompreise führen, wie die 
Landesregierung behauptet. Ganz im Gegenteil: Der Bau des 
Steinkohlekraftwerkes wird das Risiko steigender Strompreise sogar 
erhöhen", betont Bode. (Hier die Studie als pdf-file)

Für Arndt Müller, Sprecher des BUND Mecklenburg-Vorpommern liegen die 
Alternativen für den Kraftwerksbau auf der Hand. "Statt stärker auf 
Zukunftstechnologien wie den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu setzen, 
klebt die Landesregierung an der Steinzeittechnologie 'Kohle'. Andere 
Bundesländer mit teilweise schlechteren Bedingungen zeigen einen enormen 
Ehrgeiz und setzen sich deutlich ambitioniertere Ausbauziele als das 
Wind- und Sonnenland Mecklenburg-Vorpommern", stellt Müller fest. Ein 
einfacher Vergleich mit den Ausbauzielen für die Stromerzeugung aus 
erneuerbaren Energien in anderen Bundesländern zeige, so Müller, dass 
die mit 'Energieland 2020' gesetzten Ziele noch deutlich erhöht werden 
können. So wollen bis 2020 beispielsweise Brandenburg das vierfache und 
Sachsen-Anhalt gut das doppelte der Windkraftleistung installieren, die 
sich Mecklenburg-Vorpommern für Onshore-Anlagen vorgenommen hat. Selbst 
bei der Solarenergie will ein Bundesland wie Sachsen-Anhalt dem 
sonnenreichen Mecklenburg-Vorpommern weit voraus eilen. Bis zum Jahr 
2020 sollen dort Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 143 Megawatt 
installiert sein, während in Mecklenburg nur 28 Megawatt vorgesehen sind.

"Mit dem Bau eines Kohlekraftwerks in Lubmin gefährdet die 
Landesregierung zudem die langfristigen, deutschen Klimaziele und 
betreibt damit eine unverantwortliche Energiepolitik", sagt Brick Medak, 
Klimaexperte vom WWF Deutschland. Unser klimapolitischer Spielraum ist 
sowieso schon sehr eingeengt. Der Bau eines jeden neuen Kohlekraftwerks 
führt uns nur weiter in die klimapolitische Sackgasse", so Medak. In 
ganz Deutschland gibt es deshalb einen immer stärkeren Widerstand gegen 
Kohlekraftwerke. Auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sollten 
sich von der Landesregierung nicht an der Nase herumführen lassen.


Für Rückfragen:
Dr. Sven Bode, Arrhenius-Institut für Energie- und Klimapolitik,  
Tel. 040-4126 8215
Arndt Müller, BUND, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.,
Tel. 0160-96470127
Brick Medak, WWF Deutschland/ Die Klima-Allianz, Tel. 0162-2914488


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