Ostsee-Zeitung l Montag, 27. Oktober 2008 | Hansestadt Greifswald l 757 Wörter
400 Menschen hoffen auf Arbeit in Lubmin
300 von ihnen nutzten Freitag die Chance, sich über Berufe und Konzept des geplanten Steinkohlekraftwerks zu informieren.
Greifswald 300 Menschen haben sich im Technologiezentrum Vorpommern (TZV) über Jobs im geplanten Steinkohlekraftwerk informiert. Insgesamt haben sich bislang 400 Männer und Frauen für eine Tätigkeit im Kraftwerk des dänischen Energiekonzerns Dong Energy beworben. Projektleiter Peter Gedbjerg informierte, dass man das 2,3 Milliarden teure 1600-Megawatt-Kraftwerk für genehmigungsfähig halte. Er verwies aber darauf, dass die Genehmigungen nur unter Einhaltung strengster Vorschriften vergeben werden könnten. „Auch dazu sollen die Anhörungen dienen, die ab morgen im Schawi-Freizeitzentrum beginnen“, sagte er. Gedbjerg machte deutlich, dass er mit Demonstrationen rechne, aber das sei eben ein demokratischer Prozess.
„Im Frühjahr 2009 soll der Bau beginnen, Ende 2012 erfolge die Inbetriebsetzung“, skizzierte Kraftwerkschef Kristian Kure den Zeitrahmen. 1500 Arbeitsplätze werden während der Bauphase benötigt. Ab 2012 würden im Kraftwerk 140 Arbeitsplätze und 150 bei nachgelagerten Firmen entstehen.
Die Job-Bewerber interessierte neben den Berufen natürlich die Bezahlung. Die wird, wie Kraftwerkschef Kure versicherte, ordentlich sein. „Wir zahlen in Dänemark gut und hier auch. Ost-Billiglohn kommt für uns nicht in Frage.“ Die Berufspalette reiche von hochqualifizierten Ingenieuren über Kraftwerker und Werkstattmitarbeiter bis hin zu Lageristen, Arbeitern ohne Qualifizierung und Bürokaufleuten. Ab kommenden Jahr soll mit der Einstellung und Schulung von Arbeitskräften begonnen werden, darunter eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kraftwerker. Auf die Sicherheit angesprochen, sagte Kure, dass sich Dong Energy als sicherer Energieversorger verstehe. „Auch deshalb ist unsere künftige Betriebsstruktur in Lubmin so, dass der Kraftwerksleitung direkt eine große Sicherheits- und Umweltabteilung unterstellt ist“, erklärte Kristian Kure.
„Das Kraftwerk ist unsere Chance“
Die rund 300 Interessenten an einem Job direkt im Kraftwerk oder bei einem Kooperationspartner haben keinen Zweifel: Das Steinkohlekraftwerk bringt Arbeit für die Region.
Anke Jendrosch, Hotelfachfrau aus Wolgast, hört den Ausführungen aufmerksam zu. „Das Kraftwerk ist unsere Chance, dass es hier vorwärts geht. Ich kann mir vorstellen, in der Küche zu arbeiten, lerne aber auch gern noch was Neues“, so die 32-jährige allein erziehende Mutter.
Auch Peter Heber aus Greifswald sieht im Projekt noch mal eine große Herausforderung. „Da wird hohes Wissen und Können verlangt, schließlich müssen streng vorgebene Werte eingehalten werden“, meint der 52-jährige IT-Teammanager.
Auch Elektriker Müller (36), der nahe Lubmin wohnt, möchte liebend gern im Kraftwerk arbeiten. Auf die Aktionen der Gegner ist er nicht gut zu sprechen. „In Hamburg sind die Grünen mit an der Macht und genehmigen ein neues Steinkohlekraftwerk, hier verteufeln sie es. Völlig unglaubwürdig“, sagt er. „Im Übrigen bekomme ich von denen kein Gehalt. Aber bei Dong gibt es gut bezahlte Jobs“, fügt er hinzu und packt sein Prospektmaterial in die Tasche. Viola Winkel und Ulrich Skupin aus Kröslin würden am liebsten sofort anfangen. „Ich bin Hochkranfahrer, genau das, was bei Dong gesucht wird. Aber ich fahre jede Woche auf Montage ins Ruhrgebiet – 800 Kilometer – weil es hier nichts Passendes für mich gibt“, so der 50-Jährige. Auch die 43-Jährige hofft fest darauf, dass alle Genehmigungen erteilt werden. „Ich würde gern als Reinigungskraft arbeiten, braucht man ja auch. Und so ein Kraftwerk wird ja für viele Jahre gebaut – also gibt’s auch viele Jahre Arbeit.“ C. M.
CORNELIA MEERKATZ
400 Menschen hoffen auf Arbeit in Lubmin
300 von ihnen nutzten Freitag die Chance, sich über Berufe und Konzept des geplanten Steinkohlekraftwerks zu informieren.
Greifswald 300 Menschen haben sich im Technologiezentrum Vorpommern (TZV) über Jobs im geplanten Steinkohlekraftwerk informiert. Insgesamt haben sich bislang 400 Männer und Frauen für eine Tätigkeit im Kraftwerk des dänischen Energiekonzerns Dong Energy beworben. Projektleiter Peter Gedbjerg informierte, dass man das 2,3 Milliarden teure 1600-Megawatt-Kraftwerk für genehmigungsfähig halte. Er verwies aber darauf, dass die Genehmigungen nur unter Einhaltung strengster Vorschriften vergeben werden könnten. „Auch dazu sollen die Anhörungen dienen, die ab morgen im Schawi-Freizeitzentrum beginnen“, sagte er. Gedbjerg machte deutlich, dass er mit Demonstrationen rechne, aber das sei eben ein demokratischer Prozess.
„Im Frühjahr 2009 soll der Bau beginnen, Ende 2012 erfolge die Inbetriebsetzung“, skizzierte Kraftwerkschef Kristian Kure den Zeitrahmen. 1500 Arbeitsplätze werden während der Bauphase benötigt. Ab 2012 würden im Kraftwerk 140 Arbeitsplätze und 150 bei nachgelagerten Firmen entstehen.
Die Job-Bewerber interessierte neben den Berufen natürlich die Bezahlung. Die wird, wie Kraftwerkschef Kure versicherte, ordentlich sein. „Wir zahlen in Dänemark gut und hier auch. Ost-Billiglohn kommt für uns nicht in Frage.“ Die Berufspalette reiche von hochqualifizierten Ingenieuren über Kraftwerker und Werkstattmitarbeiter bis hin zu Lageristen, Arbeitern ohne Qualifizierung und Bürokaufleuten. Ab kommenden Jahr soll mit der Einstellung und Schulung von Arbeitskräften begonnen werden, darunter eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kraftwerker. Auf die Sicherheit angesprochen, sagte Kure, dass sich Dong Energy als sicherer Energieversorger verstehe. „Auch deshalb ist unsere künftige Betriebsstruktur in Lubmin so, dass der Kraftwerksleitung direkt eine große Sicherheits- und Umweltabteilung unterstellt ist“, erklärte Kristian Kure.
„Das Kraftwerk ist unsere Chance“
Die rund 300 Interessenten an einem Job direkt im Kraftwerk oder bei einem Kooperationspartner haben keinen Zweifel: Das Steinkohlekraftwerk bringt Arbeit für die Region.
Anke Jendrosch, Hotelfachfrau aus Wolgast, hört den Ausführungen aufmerksam zu. „Das Kraftwerk ist unsere Chance, dass es hier vorwärts geht. Ich kann mir vorstellen, in der Küche zu arbeiten, lerne aber auch gern noch was Neues“, so die 32-jährige allein erziehende Mutter.
Auch Peter Heber aus Greifswald sieht im Projekt noch mal eine große Herausforderung. „Da wird hohes Wissen und Können verlangt, schließlich müssen streng vorgebene Werte eingehalten werden“, meint der 52-jährige IT-Teammanager.
Auch Elektriker Müller (36), der nahe Lubmin wohnt, möchte liebend gern im Kraftwerk arbeiten. Auf die Aktionen der Gegner ist er nicht gut zu sprechen. „In Hamburg sind die Grünen mit an der Macht und genehmigen ein neues Steinkohlekraftwerk, hier verteufeln sie es. Völlig unglaubwürdig“, sagt er. „Im Übrigen bekomme ich von denen kein Gehalt. Aber bei Dong gibt es gut bezahlte Jobs“, fügt er hinzu und packt sein Prospektmaterial in die Tasche. Viola Winkel und Ulrich Skupin aus Kröslin würden am liebsten sofort anfangen. „Ich bin Hochkranfahrer, genau das, was bei Dong gesucht wird. Aber ich fahre jede Woche auf Montage ins Ruhrgebiet – 800 Kilometer – weil es hier nichts Passendes für mich gibt“, so der 50-Jährige. Auch die 43-Jährige hofft fest darauf, dass alle Genehmigungen erteilt werden. „Ich würde gern als Reinigungskraft arbeiten, braucht man ja auch. Und so ein Kraftwerk wird ja für viele Jahre gebaut – also gibt’s auch viele Jahre Arbeit.“ C. M.
CORNELIA MEERKATZ






