Ostsee-Zeitung l Donnerstag, 20. November 2008 | Hansestadt Greifswald
Zoff um Demo fürs Steinkohlekraftwerk
Greifswald Mit 1000 Kraftwerksbefürwortern rechnet Gerold Jürgens, Präsident des
Unternehmerverbandes Vorpommern, morgen bei der Veranstaltung „Pro Steinkohlekraftwerk
Lubmin“. Sie findet 13-15 Uhr am BiG-Bildungszentrum, Feldstraße, statt. Dazu haben neben dem
Unternehmerverband Vorpommern e.V., die Sektion Rügen des Wirtschaftsrates Deutschland der
CDU, die IG Bergbau, Chemie, Energie, das Technologiezentrum Vorpommern sowie die
Kreishandwerkerschaft aufgerufen. Es werden vor allem Leute kommen, die am Standort der
Energiewerke Nord tätig sind. Aber auch Beschäftigte aus vielen Handwerksbetrieben, sagt Jürgens.
„Die Region braucht das Kraftwerk“, betont er. „Dafür wollen wir morgen eindrucksvoll ein
Zeichen setzen. Es gibt nämlich nicht nur Gegner“, so der Präsident des Unternehmerverbandes.
Unterstützung bekommen die Initiatoren vom Landtagsabgeordneten und Greifswalder
Bürgerschaftspräsidenten Egbert Liskow (CDU). Er teilte gestern mit, dass er sich freue über die
„so breite Allianz für Arbeitsplätze. Ich wünsche den Initiatoren viel Erfolg, denn vom Bau des
Steinkohlekraftwerkes erwarten Fachleute für den Energiestandort Lubmin und die industrielle
Entwicklung der Region eine Initialzündung", betont Liskow. Ursprünglich sollte die Demo im
Großraumzelt unmittelbar am Erörterungsort zum Steinkohlekraftwerk, stattfinden. „Wir haben uns
dagegen gewandt“, sagt Corinna Cwielag vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND), weil wir dies als bewusste Störung der Erörterung angesehen haben. Insofern sehen wir es
als Punktsieg, dass die Veranstaltung nun verlegt werden musste. Um die neutrale Plattform des
Erörterungstermins nicht zu stören, hatten Umweltverbände und Bürgerinitiativen ihre Demo am
28. Oktober gegen das Kohlekraftwerk bewusst außerhalb des Erörterungsbereiches enden lassen,
so Cwielag. Die Bündnisgrünen Greifswald-Uecker-Peene wettern unterdessen über das
Technologiezentrum Vorpommern (TZV), das ebenfalls zu den Demo-Ausrichtern gehört. Das TZV
ist zu politischer Neutralität verpflichtet, sagt Stefan Fassbinder vom Grünen-Kreisvorstand. Das
sieht TZV–Geschäftsführer Mario Kokowsky ebenso. Dennoch setzt der Ingenieur sich fürs
Steinkohlekraftwerk ein, weil er es für das größte technische Investitionsvorhaben der Region hält,
das für die mittlerweile über 50 im TZV angesiedelten Firmen und deren Netzwerke von enormer
Wichtigkeit ist, meint Kokowsky. Er sagt: „Ich bin für eine faire Diskusssion, bei der allein den
Experten die Prüfung möglicher Auswirkungen auf die Umwelt zukommt. Auf deren Urteil verlasse
ich mich.“ Freitag sollte die Erörterung zum Steinkohlekraftwerk eigentlich enden. Aus Zeitgründen
wird es kommende Woche aber noch zwei Ersatztermine geben (siehe auch Interviews auf Seite
14).
R.A.
Zoff um Demo fürs Steinkohlekraftwerk
Greifswald Mit 1000 Kraftwerksbefürwortern rechnet Gerold Jürgens, Präsident des
Unternehmerverbandes Vorpommern, morgen bei der Veranstaltung „Pro Steinkohlekraftwerk
Lubmin“. Sie findet 13-15 Uhr am BiG-Bildungszentrum, Feldstraße, statt. Dazu haben neben dem
Unternehmerverband Vorpommern e.V., die Sektion Rügen des Wirtschaftsrates Deutschland der
CDU, die IG Bergbau, Chemie, Energie, das Technologiezentrum Vorpommern sowie die
Kreishandwerkerschaft aufgerufen. Es werden vor allem Leute kommen, die am Standort der
Energiewerke Nord tätig sind. Aber auch Beschäftigte aus vielen Handwerksbetrieben, sagt Jürgens.
„Die Region braucht das Kraftwerk“, betont er. „Dafür wollen wir morgen eindrucksvoll ein
Zeichen setzen. Es gibt nämlich nicht nur Gegner“, so der Präsident des Unternehmerverbandes.
Unterstützung bekommen die Initiatoren vom Landtagsabgeordneten und Greifswalder
Bürgerschaftspräsidenten Egbert Liskow (CDU). Er teilte gestern mit, dass er sich freue über die
„so breite Allianz für Arbeitsplätze. Ich wünsche den Initiatoren viel Erfolg, denn vom Bau des
Steinkohlekraftwerkes erwarten Fachleute für den Energiestandort Lubmin und die industrielle
Entwicklung der Region eine Initialzündung", betont Liskow. Ursprünglich sollte die Demo im
Großraumzelt unmittelbar am Erörterungsort zum Steinkohlekraftwerk, stattfinden. „Wir haben uns
dagegen gewandt“, sagt Corinna Cwielag vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND), weil wir dies als bewusste Störung der Erörterung angesehen haben. Insofern sehen wir es
als Punktsieg, dass die Veranstaltung nun verlegt werden musste. Um die neutrale Plattform des
Erörterungstermins nicht zu stören, hatten Umweltverbände und Bürgerinitiativen ihre Demo am
28. Oktober gegen das Kohlekraftwerk bewusst außerhalb des Erörterungsbereiches enden lassen,
so Cwielag. Die Bündnisgrünen Greifswald-Uecker-Peene wettern unterdessen über das
Technologiezentrum Vorpommern (TZV), das ebenfalls zu den Demo-Ausrichtern gehört. Das TZV
ist zu politischer Neutralität verpflichtet, sagt Stefan Fassbinder vom Grünen-Kreisvorstand. Das
sieht TZV–Geschäftsführer Mario Kokowsky ebenso. Dennoch setzt der Ingenieur sich fürs
Steinkohlekraftwerk ein, weil er es für das größte technische Investitionsvorhaben der Region hält,
das für die mittlerweile über 50 im TZV angesiedelten Firmen und deren Netzwerke von enormer
Wichtigkeit ist, meint Kokowsky. Er sagt: „Ich bin für eine faire Diskusssion, bei der allein den
Experten die Prüfung möglicher Auswirkungen auf die Umwelt zukommt. Auf deren Urteil verlasse
ich mich.“ Freitag sollte die Erörterung zum Steinkohlekraftwerk eigentlich enden. Aus Zeitgründen
wird es kommende Woche aber noch zwei Ersatztermine geben (siehe auch Interviews auf Seite
14).
R.A.






